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CDA

Karl-Josef Laumann betont Wert von Tarifverträgen

04.10.2007

"Mitbestimmung, Mitbestimmung,..." skandierte das Publikum nach dem Vortrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Karl-Josef Laumann (CDU). Die Delegierten kritisierten damit die Pläne der Landesregierung, das Personalvertretungsgesetz zu verschlechtern. Der Minister zeigte Verständnis für den Protest und möchte darüber im Gespräch mit der Gewerkschaft bleiben.

Karl-Josef Laumann hatte betont: "CDA und Gewerkschaften haben gemeinsame Ziele – wenn auch nicht immer die gleichen Positionen." Das Motto des CDA-Kongresses - "Würde, Teilhabe und Gerechtigkeit" – stimme ja auch fast mit dem des ver.di-Bundeskongresses – "Gerechtigkeit, Würde, Solidarität" – überein.

Die Würde der Arbeit habe auch damit zu tun, wie sie bezahlt werde. Zu fragen sei: "Wie kommen wir wieder zu einer gerechten Lohnfindung?" Tarifverträge spielten dabei eine zentrale Rolle, sie gehörten "unabdingbar zu einer sozialen Marktwirtschaft".

Innovation, Verlässlichkeit, Service seien Maßstäbe für den Wettbewerb, nicht die Frage: "Wer findet den billigsten Arbeitnehmer?" Keine Landesregierung in Deutschland habe so viele Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt wie die von Nordrhein-Westfalen.

An Einheitsgewerkschaften sei unbedingt festzuhalten. Karl-Josef Laumann bedauerte die Existenz konkurrierender Gewerkschaften, die mit Entlohnungsfrage "relativ leichtfertig" umgingen. Es sei gut, dass die Gewerkschaften bei den Briefdiensten zusammenstehen. Flächentarifverträge seien notwendig, das zeige schon der Blick darauf, "was gerade bei der Bahn passiert".

Der Minister plädiert dafür, die Agenda 2010 zu verändern. Wer mehrere Jahrzehnte gearbeitet habe, brauche auch längere Zeit das Arbeitslosengeld. Denn im Durchschnitt benötigten Ältere mehr als zwanzig Monate, um aus der Arbeitslosigkeit wieder herauszukommen, Jüngere nur dagegen nur fünf Monate.

Karl-Josef Laumann möchte das Rentensystem so ergänzen, dass auch Menschen mit niedrigen Einkommen vor Altersarmut geschützt werden – ein Thema, über das leider kaum diskutiert werde.

Weitere Anliegen sind dem Minister die Teilhabe der Arbeitnehmer/innen am Produktivvermögen und das Bemühen darum, jungen Menschen nach der Ausbildung – ob im Betrieb oder auf der Hochschule - eine unbefristete Arbeit zu verschaffen. Denn nicht zuletzt davon hänge es ab, ob sie sich für Kinder entscheiden.

Herausgeber:

Internet-Redaktion der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
Hermann Schmid
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